
Der süße Duft von gebrannten Mandeln, besinnliche Weihnachtsmusik und das Knistern der Schritte im Schnee – so stellt man sich die Winterzeit vor. Natürlich darf ein Glas oder Becher Glühwein nicht fehlen. So beliebt er auch ist, seine Geschichte kennen nur wenige Genießer. Wie so oft waren es die Römer, die einen großen Beitrag zu dem geleistet haben, was wir heute als Glühwein kennen. Sie haben Zucker oder Honig und Gewürze wie Sternanis, Zimt und Lorbeer genutzt, um den damals recht sauren Wein zu versüßen und zugleich haltbar zu machen. Man sagt, dass der Ursprung des Glühweins das Conditum Paradoxum ist, ein antiker römischer Würzwein. Ein weiterer Grund, warum man dem Wein Gewürze hinzugefügt hat, war ganz einfach, dass Fürst und Könige ihren Reichtum zeigen wollten. Gewürze waren damals sehr teuer und wurden aus fernen Ländern eingeführt. Heute trinkt man Glühwein weltweit. Die Skandinavier lieben ihren Glögg, in Großbritannien kennt man ihn als Mulled Wine, und die Franzosen wärmen sich gerne an einem Vin Chaud.

Am bekanntesten ist das klassische Rezept auf Rotweinbasis, aber auch ein Weißwein kann einen sehr schmackhaften Glühwein ergeben, es kommt in jedem Fall auf die richtige Gewürzmischung an. Beliebt Gewürze sind Zimt, Gewürznelken, Zitronenschale und Sternanis. Diese Zubereitung wird erhitzt und nach Belieben mit Zucker oder Honig gesüßt. Besonders bei der Eigenherstellung sollte man darauf achten, Glühwein nicht über 80 °C zu erhitzen. Bei der Hauszubereitung empfiehlt sich ein schwerer Südwein wie ein spanischer Fasswein oder ein Rhône-Wein gehobener Qualität, den man dann entsprechend würzt und sparsam süßt. Die Wahl des Weines hängt auch von der Region ab, zum Beispiel verwendet man im nördlichen Italien gerne Weißwein, in Unterfranken Apfelwein, doch es dominiert die Variante mit Rotwein, die in Deutschland besonders populär ist. Auf jeden Fall ist Glühwein ein Bote der frohen Weihnachtszeit, und es gibt nichts Geselligeres, als auf dem Weihnachtsmarkt mit einem heißen Becher Glühwein anzustoßen.

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