Schon seit der Antike blickt der Hafen von Pauillac aufs offene Meer hinaus. Bereits damals verschiffte man hier Bronze – der Beginn einer Geschichte, die ganz auf Handel und Austausch ausgerichtet war. Im Laufe der Jahrhunderte etablierte sich der Weinbau als natürliches Gegenstück zu dieser maritimen Aktivität. Ab dem Mittelalter entwickelte sich die Rebkultur zunächst dank der Mönche, doch erst im 18. Jahrhundert nahm der Ruf von Pauillac wirklich Fahrt auf. Bordeaux verlor sein Handelsmonopol mit England. Pauillac, geschätzt für die außergewöhnliche Qualität seines Terroirs und seine strategisch günstige Lage, etablierte sich als Drehkreuz des Weinhandels. Der Hafen wurde zum Ausgangspunkt der Médoc-Crus, die in Fässern in andere französische Regionen und ins Ausland verschifft wurden.
Das 19. Jahrhundert markiert eine Zeit außergewöhnlichen Wohlstands. Pauillac festigte seinen Ruf als Region der Exzellenz dank großer Châteaux und Crus, die schließlich Legendenstatus erlangten. 18 von ihnen schafften es in die Klassifikation von 1855 der Grands Crus von Bordeaux, drei davon sogar in den Rang eines Premier Cru Classé: das Château Lafite Rothschild, das Château Latour und das Château Mouton Rothschild.
Heute umfasst die 1936 gegründete Appellation d'Origine Contrôlée Pauillac mehr als 1.200 Hektar Rebflächen, verteilt auf fünf Gemeinden am linken Ufer: Pauillac selbst, aber auch Cissac-Médoc, Saint-Estèphe, Saint-Julien-Beychevelle und Saint-Sauveur. Eine verhältnismäßig kleine Fläche – die jedoch eine schlichtweg außergewöhnliche Dichte klassifizierter Crus vereint!